Gesund gehen & stehen

Gehen kann Ihre Gesundheit auf vielfältige Weise fördern. Es kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Osteoporose, Depressionen, Alzheimer und einer Vielzahl weiterer Krankheiten vorbeugen: Das Geheimrezept dafür lautet Bewegung. Etwa 30 Minuten am Tag sollten Sie gehen – ein Spaziergang reicht schon aus, um Ihre Gesundheit zu unterstützen. Darüber hinaus schenkt Ihnen ein aktiver Lebensstil eine große Portion Glücksgefühle, da die Bewegung die Durchblutung im Gehirn und die Ausschüttung von Endorphinen anregen kann.

Wenn Sie im Alltag viel gehen oder laufen, können Sie Ihre Fußgesundheit dabei unterstützen. Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und den richtigen Auftritt, um Gelenkproblemen, Fußveränderungen und Schmerzen vorzubeugen.


 

Tipps für das richtige Gehen


 
  • Achten Sie auf möglichst flexible, weiche Schuhsohlen und bequeme Schuhe, die Ihren Füßen die Möglichkeit geben, unterschiedliche Untergründe wahrzunehmen und natürlich abzurollen.
  • Laufen Sie so oft es geht barfuß, um die Fußmuskulatur zu stärken, dem Fußgewölbe Halt zu geben und einem Hohl-, Senk- oder Spreizfuß entgegen zu wirken.
  • Tragen Sie selten hohe Schuhe und wechseln Sie Ihr Schuhwerk häufig. Dadurch können Sie einseitigen und falschen Belastungen der Füße und somit Hammerzehen, Hühneraugen und einem Hallux valgus vorbeugen.
  • Vermeiden Sie Verspannungen durch langes Sitzen oder das Tragen schwerer Handtaschen, da diese zu einem Schongang führen und sich auf die Fußmuskulatur auswirken können.
  • Achten Sie auf einen optimalen Gang mit einem leicht nach vorn verlagerten Körperschwerpunkt: Setzen Sie bei jedem Schritt zuerst die Ferse auf und rollen dann den ganzen Fuß gleichmäßig bis zu den Zehenspitzen ab. Lassen Sie auch die Arme mitschwingen, und zwar entgegengesetzt zu den Fußbewegungen. Wenn der linke Fuß also nach vorn geht, schwenkt der rechte Arm vor und umgekehrt. Eine gleichmäßige und tiefe Atmung kann Ihr Herz-Kreislauf-System zusätzlich unterstützen.

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  • Übermäßige Hornhautbildung, Zehenfehlstellungen und häufige Schmerzen sowie schwere Beine nach dem Gehen können Hinweise auf eine falsche Belastung und Fehlstellungen der Füße sein. In dem Fall kann eine Analyse beim Arzt Ursachen abklären, denen Sie mit Einlagen und einer geeigneten Therapie entgegenwirken können.
  • In hohen Schuhen liegt das ganze Körpergewicht fast ausschließlich auf dem Vorfuß. Mit einem Gelkissen, das in den vorderen Bereich der Schuhe eingelegt wird, können Sie den Druck mindern und Ihre Füße unterstützen.
  • Jeder zweite Deutsche leidet aufgrund von zu engem und starrem Schuhwerk, falscher Belastung oder Verformungen der Füße aufgrund erblicher Vorbelastung unter Schmerzen beim Gehen. Der tägliche Spaziergang oder auch kurze Strecken können dann zu einer Strapaze werden, in Folge derer die Betroffenen oftmals die Bewegungen einschränken oder sich einen Schongang antrainieren. Leiden Sie unter Schmerzen oder Fußproblemen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der Ihnen eine geeignete Therapie verordnen kann. Doch auch Sie selbst können Fußproblemen vorbeugen, indem Sie bei schweren Beinen am Abend eine Beincreme einmassieren, stützende Einlagen tragen oder mit Korrekturorthesen Fehlstellungen entgegenwirken.

 

Häufige Fußprobleme


 

 
  • Hallux valgus: Bei dieser Ballen-Deformierung wird der große Zeh gegen den Nachbarzeh gedrückt, was in der Folge dazu führt, dass sich das Zehengelenk nach außen schiebt. Der Fuß verbreitert sich dadurch und der Mittelfußknochen kann sich aus seiner Lage entfernen. Die Ursachen für diese Großzehenfehlstellung sind in der Regel zu enge Schuhe und das häufige Tragen sehr hoher Modelle. Therapiert werden kann der Hallux valgus im Anfangsstadium häufig durch das Tragen breiter Schuhe und Hallux Valgus-Einlagen, die den Füßen beim Abrollen Entlastung bieten können. Auch Hallux valgus-Bandagen und eine Korrekturorthese können der Fehlstellung und den damit einhergehenden Schmerzen entgegenwirken sowie den Fuß in seine natürliche Form bringen, indem Sie den großen Zeh wieder nach außen drücken.
  • Hammerzeh und Krallenzeh: Ein Hammerzeh entsteht durch die Überstreckung im Grundgelenk der Zehe bei gleichzeitiger starker Beugung im Mittel- und Endgelenk. Dies kann zu einer dauerhaften krallenartigen Beugung führen. Beim Krallenzeh ist diese besonders ausgeprägt, sodass Betroffene häufig auf ihren Zehenspitzen laufen und sich auf den Zehen schmerzhafte Druckstellen bilden können. Meist hilft zur dauerhaften Behandlung von Hammer- und Krallenzehen nur eine OP, bei der das überstreckte Grundglied des Zehs etwas gekürzt wird. Sie können mit Schutzpolstern, die die Zehen strecken, jedoch die Schmerzen mindern und der Entstehung von Hühneraugen, die von Hammer- und Krallenzehen hervorgerufen werden können, vorbeugen.
  • Fersensporn: Der Fersensporn ist ein dornartiger, knöcherner Auswuchs. Er kann sich aufgrund des ständigen Zugs der Sehnenplatte auf das Fersenbein unter ebendiesem bilden. Ein Fersensporn kann beim Gehen stechende Schmerzen hervorrufen und damit jeden Schritt zu einer Belastung machen. Dicke Fersenpolster, die den Druck mindern können, Einlagen, die an der betroffenen Stelle eine Aussparung aufweisen, oder in schlimmeren Fällen auch eine OP können dem Fersensporn entgegenwirken.
  • Spreizfuß: Beim Spreizfuß ist das Quergewölbe abgeflacht, was zu einer Spreizung der Zehen sowie zu Schmerzen unter den Fußsohlen führen kann. Mit einem orthopädischen Kissen – der Pelotte, die in den Schuh gelegt wird, können Sie das Quergewölbe stützen.
  • Senkfuß: Typisch für diese Fußfehlstellung ist das Wegknicken des Fußes nach innen. Sie ist meist erblich bedingt und auf ein schwaches Bindegewebe zurückzuführen. Mit passenden Einlagen können Sie daraus resultierende Schmerzen beim Gehen mindern.
  • Hühneraugen: Sie entstehen aufgrund von häufigem Druck oder Reibung auf der Haut der Fußsohlen, -seiten oder -zehen, oft auch als Begleitsymptom bei Spreiz- und Senkfüßen sowie Hammer- und Krallenzehen. Hühneraugen erscheinen als rundliche Verhärtungen, in deren Mitte sich oftmals ein tiefreichender, dorniger Hornhautkegel bildet, der bei Belastung starke Schmerzen auslösen kann. Um die Verhärtungen zu entfernen, eignet sich Salicylsäure in Form von Pflastern und Tinkturen. Zur Vorbeugung und zur Entlastung empfindlicher Stellen können Sie Ihre Zehen mit Schlauchstoffröhren bequem polstern und so den Druck mindern.
  • Hornhaut: Auch Hornhaut kann durch die Reibung und den Druck in zu engen Schuhen entstehen. Mit Bimssteinen, Hornhauthobeln und Cremes können Sie ihr entgegenwirken.

 

Auf Schritt und Tritt die Fußgesundheit unterstützen


 

Die passenden Schuhe

Bequem müssen sie sein und modisch sollen Sie aussehen. Dabei sollte der erste Punkt beim Kauf Ihrer Schuhe immer Vorrang haben, da die Gesundheit Ihrer Füße sehr wichtig für Ihr Wohlbefinden und Ihren gesamten Körper ist. Dabei sieht man anatomisch korrekt geformten Schuhen Ihr komfortables Innenleben heute in vielen Fällen gar nicht mehr an, da viele Marken sich auf schöne und bequeme Schuhe spezialisiert haben. Achten Sie beim Kauf sowohl auf die Schuhlänge, die mit der Schuhgröße angegeben wird, als auch auf die Schuhbreite, auf die Buchstaben von F bis M hinweisen. Die Weite F ist dabei für schmale, Weite G für normale und H für etwas breitere Füße geeignet. K bis M bezeichnen starke bis extreme Überweiten für bandagierte oder stark deformierte Füße.


 

Ihre Schuhe sollten Sie immer in einer bequemen Weite wählen, um Schmerzen, die Bildung von Hornhaut sowie Druckstellen zu vermeiden. Von einer hohen Atmungsaktivität sowie weichen Laufsohlen können Ihre Füße ebenfalls bei jedem Schritt profitieren. Möchten Sie regelmäßig zügig spazieren gehen oder sogar walken, kann die Anschaffung von Sportschuhen für diesen Zweck sehr sinnvoll sein, da sie Ihre natürliche Abrollbewegung unterstützen und dämpfen können. Für den Alltag reichen in der Regel klassische Schnürschuhe, Slipper oder Sandalen in bequemer Ausführung als Schuhwerk aus. Leiden Sie unter Fußproblemen, sollten Sie vor allem auf die Elastizität Ihrer Schuhe achten. Klettsandaletten, die Sie komplett öffnen können, bieten Ihnen einen bequemen Einstieg und einen hohen Tragekomfort auch bei druckempfindlichen Füßen. Tragen Sie Bandagen oder sind von einem Hallux valgus betroffen, können Sie Ihre Fußgesundheit mit Therapiesandalen in Überweite unterstützen. Gesundheitsschuhe mit Klettverschlüssen in geschlossener Form und unterschiedlichen Farben eignen sich sowohl als Hausschuhe als auch als Variante für unterwegs. Zusätzliche können Sie die Modelle mit Einlagen und Fußbetten, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt sind, an Ihre Füße anpassen und so größtmöglichen Laufkomfort genießen.


 

Unterstützende Strümpfe

Passende Socken können den Tragekomfort Ihrer Schuhe erhöhen und Beinleiden entgegenwirken. Achten Sie darauf, dass die Bündchen elastisch sind und nicht einschneiden, um Stauungen in den Beinen zu vermeiden. Bei kräftigen Waden könnenKniestrümpfe mit einem extra weiten Schaft eine bequeme Wahl darstellen. Neigen Sie zu schwitzenden Füßen, sollten Sie zu Strümpfen aus Baumwolle oder Sportvarianten greifen, die die Feuchtigkeit vom Fuß leiten können. Stützkniestrümpfe, beispielsweise mit Rosskastanienextrakt oder Aloe Vera, das die Füße erfrischen kann, können das Gewebe stützen, Schwellungen der Unterschenkel vorbeugen, durchblutungsfördernd wirken und einer Thrombose entgegenwirken. Vor allem auf längeren Reise und wenn Sie viel sitzen, können Sie mit Stützstrümpfen einer Thrombose vorbeugen.