Alltagshilfen für den Garten

Echte Gartenfreunde lieben es zu gärtnern und sich ihre ganz persönliche Ruhe-Oase zu schaffen. Doch manchmal fallen bestimmte Gartenarbeiten schwerer und sind körperlich richtig anstrengend. Mit raffinierten Alltagshilfen und ein wenig Umdenken bei der Gestaltung und Durchführung lässt sich die Gartenarbeit viel einfacher erledigen. So muss niemand auf seinen Garten verzichten und kann ihn in vollem Umfang genießen!


 

Tipps für unbeschwerte und gesunde Gartenarbeit


 

Als Gärtner leben Sie sehr gesund. Sich draußen im Grünen zu bewegen, hebt nachweislich die Stimmung und kann sich positiv auf den ganzen Körper auswirken.

Doch Gärtnern kann auch körperlich anstrengend sein. Oftmals überschätzen Hobbygärtner, wie viel sie leisten können oder wie viel Kontrolle sie über ihren Körper haben und überlasten sich unnötig. Die Folge können Rückenprobleme, Verspannungen, Gelenkbeschwerden oder ernsthafte Verletzungen sein.

Um sich selbst zu schonen und die Freude am Gärtnern zu erhalten, sollten Sie daher bei der Gartenarbeit Folgendes beachten:

  • Teilen Sie die Arbeit in kleine Abschnitte auf. Verteilen Sie die Aufgaben im Garten lieber auf mehrere Tage und legen Sie immer wieder kleine Pausen ein.
  • Passen Sie Ihren Garten entsprechend den eigenen Bedürfnissen an. Das bedeutet eventuell eine Verkleinerung der Nutzfläche oder das Pflanzen von pflegeleichteren Gewächsen.
  • Verwenden Sie Hilfsutensilien während der Arbeit, die den Körper entlasten. Dazu gehören z. B. Harken und Schneidewerkzeuge mit Teleskopstange oder Knieschoner für die bodennahe Arbeit. Ein Rollsitz, eine Greifzange oder eine Sicherheitsleiter können Ihnen helfen, im Sitzen flexibler zu arbeiten oder auch an schwer erreichbare Gegenstände auf dem Boden oder in großer Höhe zu kommen.
  • Nehmen Sie Hilfe an. Schwere Arbeiten, die viel Kraft erfordern, lassen sich besser zu zweit erledigen. Wenn Sie mit einer Arbeit im Garten aus körperlichen Gründen nicht mehr zurechtkommen, holen Sie sich ruhig Hilfe von Verwandten, Nachbarn oder Freunden.
 
 

 

Die Umgestaltung des Gartens: Schritt für Schritt


 

Der Mensch verändert sich im Laufe seines Lebens beständig und mit ihm auch sein Garten. Fanden Sie noch vor ein paar Jahren einen Garten voller Rosen wunderschön, wünschen Sie sich jetzt vielleicht mehr Nutzfläche für Kräuter und Gemüse oder mehr Rasenfläche zum Spielen für die Kinder oder Enkel. Auch der Wunsch nach einer leichteren Pflegbarkeit aufgrund von Zeitmangel oder körperlicher Einschränkung kann ein guter Grund sein, den Garten umzugestalten. Wenn Sie Ihren Garten entsprechend Ihren veränderten Bedürfnissen anpassen, hat dies wenig mit Verzicht oder Verlust zu tun. Es ist schlicht eine Weiterentwicklung des Gartens. Hierzu müssen Sie sich nicht gleich alles auf einmal vornehmen: Statt den Garten sofort in eine Großbaustelle zu verwandeln, überlegen Sie sich, welche Bereiche besonders viel Mühe und Arbeit verlangen und worauf Sie eventuell, zumindest vorerst, verzichten könnten.

Den Nutzen des Gartens reflektieren

Bevor Sie sich an das Umgestalten machen, ist eine Bestandsaufnahme der Bedürfnisse wichtig, die Ihr Garten erfüllen sollte. Möchten Sie lieber einen Nutzgarten, aus dem Sie Obst und Gemüse für die Küche ernten können, oder sollte der Garten hauptsächlich als Rückzugsort dienen, in dem Sie gemütlich sitzen und ein Buch lesen können? Weniger großflächige Beete und dafür mehr Sitzmöglichkeiten sind vor allem bei vielen älteren Menschen sehr willkommen, können aber auch für Gärtner mit wenig Zeit eine Entlastung sein.

Weniger Gärtnern heißt mehr Genießen

Der müßige Gärtner hat am wenigsten Arbeit und trotzdem einen schönen Garten. Von der Idee des perfekten, sauber aufgeräumten Gartens sollten Sie sich lösen, gerade wenn Sie nur wenig Zeit haben oder die Kraft für körperlich anstrengende Arbeiten nachlässt. Die Natur weiß schon, was sie zu tun hat, wenn Sie sie nur lassen. Als Gärtner sind Sie nur der Dirigent, der hier und da ein paar Änderungen vornimmt und seinen Schützlingen beim Wachsen zusieht. Laub und verwelkte Pflanzenteile können beispielsweise im Herbst ruhig liegengelassen werden, denn sie bieten einen guten Frostschutz. So können Sie auf mühseliges und teures Bedecken mit Mulch oder Tannenzweigen verzichten. Nicht jede verwelkte Blüte muss gleich entfernt und nicht jedes wilde Blümchen gleich ausgerissen werden. Gelasseneres Gärtnern erspart viel unnötige Mühe und Sie haben mehr Zeit, Ihren Garten zu genießen.

Niedrige Sträucher statt hoher Bäume pflanzen

Bäume und hohe Hecken brauchen zuweilen einen kräftigen Rückschnitt, der Ihnen als Gärtner viel Kraft, Arbeitszeit und oftmals Körpereinsatz abverlangen kann. Statt hoher Bäume können Sie daher auch vorausschauend niedrigere Sträucher und Zwergbäume pflanzen, an die Sie problemlos herankommen. Bei Strauchobst wie Johannisbeeren ist die Ernte sehr viel einfacher zu erreichen als bei einem großen Apfelbaum. Wenn Sie dennoch nicht auf Äpfel, Birnen oder Kirschen verzichten möchten, können Sie ebenso Zwergobst in Kübeln auf die Terrasse stellen. Zwergobst hat zudem einen besonders süßen Geschmack und gedeiht auch in kälteren Sommern prächtig.

 
 

Pflegeleichte Pflanzen auswählen

Statt jedes Jahr neue Pflanzen ins Beet zu setzen, können Sie mehrjährige, winterharte Stauden und Sträucher pflanzen. So minimiert sich der Pflanzaufwand, viele Pflanzen blühen im zweiten und dritten Pflanzjahr zudem viel intensiver. Wählen Sie robuste Sorten, die wenig Pflege erfordern und kaum anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind. Gleiches gilt für Rosen. Kränkelnde, pflegebedürftige Sorten sollten gegen robustere Alternativen ausgetauscht werden, die auch mal einen Winter ohne Schutz überstehen. Die beliebte Hortensie etwa macht sich wunderbar im Schatten und kommt dort auch ohne zusätzliches Gießen aus. Eine naturverwandte Züchtung brauchen Sie zudem nur selten zu beschneiden. Schaffen Sie einen dichten Pflanzenbewuchs, der wenig blanke Erde für Unkraut lässt und den Erdboden feucht hält. So müssen Sie zwischendurch nur die wuchsfreudigen Bodendecker etwas zurückstechen, damit sie sich nicht ungehindert ausbreiten. Diese Pflanzengattungen halten einen Abstich allerdings problemlos aus.

Weniger Rasenfläche

Es wird Sie vielleicht verwundern, dass weniger Rasen auch weniger Arbeit macht. Liegt es doch nahe, Beete durch Rasen zu ersetzen, um Arbeit zu sparen. Ein Rasen bedarf allerdings viel Pflege und Bewässerung, um ansehnlich zu bleiben. Das Rasenmähen kostet zudem viel Kraft und Zeit, die Sie sich ersparen können. Anstelle von Rasen können Sie niedrige Blumensorten und Bodendecker ansäen. So einen Blumenrasen müssen Sie kaum mähen oder gießen, zudem sieht er mindestens genauso schön aus wie eine reine Grünfläche und ist viel widerstandsfähiger.

Unkomplizierte Bewässerung

Haben Sie alle pflegebedürftigen Pflanzen aus dem Garten verbannt, müssen Sie weniger gießen. Eine feste Installation der Gartenbewässerung kann Ihnen dann die übrige Gießarbeit abnehmen. Wenn ohnehin immer die gleichen Beete bewässert werden müssen, können Sie den Rasensprenger dort gleich fest installieren. Verlegen Sie speziell perforierte Gartenschläuche in die Beete. Damit schaffen Sie sich eine feste Bewässerungsanlage, die für Sie die Arbeit übernimmt. Die meisten Pflanzen lassen sich außerdem dazu „erziehen“, auch aus der oberen Erdschicht die Flüssigkeit zu ziehen. Auf diese Weise können Sie viel Wasser einsparen – nämlich, indem Sie häufiger, aber dafür weniger lange bewässern. Möchten Sie Ihre Pflanzenfreunde lieber per Hand gießen, greifen Sie statt auf eine schwere Gießkanne lieber auf einen leichten, anwendungsfreundlichen Gartenschlauch zurück.

Hochbeete für Küchenkräuter

Wenn Sie nicht auf Ihren Küchengarten verzichten möchten, aber mit dem ständigen Bücken und Jäten Probleme haben, können Sie ihn in rückenfreundliche Hochbeete verlegen. Bausätze für Hochbeete sind schnell montiert und Sie können daran ganz bequem im Sitzen oder Stehen jäten und ernten. Die Fläche der Beete ist überschaubar und lässt sich gut pflegen. Hochbeete haben außerdem den Vorteil, dass Schnecken oder andere Schädlinge weniger schnell den Weg zu den Pflanzen finden. Brauchen Sie einmal weniger Beete, lassen sie sich schnell und unkompliziert abmontieren.

Sichere Gartenwege und Beleuchtung

Damit der Gang durch den Garten trittsicher ist, sollten Sie Gartenwege entsprechend Ihren Bedürfnissen anpassen und regelmäßig erneuern. Die Wege sollten rutschfest und breit genug sein, damit auch Menschen mit einer Gehbehinderung sicher darauf laufen können. Am besten nehmen Sie Sickerpflaster: Es entwässert sich selbst und Sie müssen weniger Fugen sauber halten. Die Gartenwege sollten zudem im Dunkeln gut ausgeleuchtet sein, damit Sie sich auch in der Dämmerung sicher im Garten bewegen können. Schön sind kleine Standlaternen oder Kugelleuchten in den Beeten, die den Garten gleichzeitig in eine stimmungsvolle Atmosphäre tauchen. Da viele dieser Gartenleuchten mit Solarlicht betrieben werden, um beim Beginn der Dämmerung die wichtigen Wege Ihres Gartens zu beleuchten, fallen für die Energieversorgung keine weiteren Kosten mehr an.


 

Praktische Gartenhelfer für leichtere Gartenarbeit


 

Neben einer Umgestaltung des Gartens kann Ihnen der Einsatz von speziellen Gartengeräten und Alltagshelfern die Arbeit im grünen Paradies zusätzlich erleichtern. Praktisch sind zum Beispiel:

  • Gartengeräte mit Teleskopstangen: Ob für die Baumschere, die Säge oder die Fugenbürste – mit einem längeren Stiel erreichen Sie hohe Äste oder den Boden viel leichter, ganz ohne Leiter oder Bücken. Auch ein Teleskop-Magnetstab zum Aufheben von kleineren Gegenständen, wie etwa Schlüsseln, kann im Garten recht praktisch sein. Diesen gibt es auch als Version mit einer Greifzange.

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  • Perforierte oder selbstaufrollende Gartenschläuche: Den Vorteil perforierter Schläuche können Sie weiter oben nachlesen. Ebenso praktisch sind allerdings die Zauber-Gartenschläuche, die sich selbst wieder zu einer leichten, kompakten Rolle zusammenrollen, sobald der Wasserdruck nachlässt.

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  • Rollsitz, Kniekissen und Funktionsunterwäsche: Um es während der Gartenarbeit bequem zu haben und sich keine Verspannungen zuzuziehen, helfen Rollsitze, Kniekissen und Funktionsunterwäsche. Erstere schonen die Gelenke, während die Unterbekleidung warmhält und gleichzeitig den Schweiß der Gartenarbeit aufsaugt, sodass Sie sich nicht durchgeschwitzt fühlen.
  • Um Hilfe bitten:Jüngere Verwandte und Bekannte, aber auch Schüler und Studenten können für ältere Menschen oder Gärtner mit wenig Zeit ebenfalls eine große Hilfe im Garten sein. Beauftragen Sie doch einen Schüler, regelmäßig den Rasen zu mähen oder die Hecke zu schneiden – so kann er sich sein Taschengeld aufbessern und Sie selbst haben weniger zu tun. Zur Obsternte könnten Sie die Nachbarn einladen und ein Erntefest abhalten, nach dem sich jeder einen Teil der Ernte mitnehmen darf. Dies ist ein schöner Anlass, Kontakte zu knüpfen und fördert auch den nachbarschaftlichen Zusammenhalt.
 

Beherzigen Sie einige dieser Tipps, wird Ihnen die Arbeit im Garten deutlich leichter fallen und Sie werden mehr Zeit finden, Ihren Garten und die erholsamen Stunden darin zu genießen.