Der Blutdruck und seine Bedeutung für den Körper

Arzt misst Blutdruck beim Patienten

Der Blutdruck ist einer der wichtigsten Faktoren für ein funktionierendes Herz-Kreislauf-System, denn das Blut muss mit einem gewissen Druck aus dem Herzen in die Blutgefäße gepumpt werden, damit alle Zellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Doch sollte der Blutdruck nicht zu hoch sein, denn Bluthochdruck stellt ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko dar.

Der Blutdruck bezeichnet den Druck, der innerhalb eines Blutgefäßes herrscht. Erst durch den Blutdruck wird der Blutkreislauf aufrechterhalten und damit die Sauerstoffversorgung des Körpers gewährleistet, die die wichtigste Voraussetzung für alle Prozesse im Körper bildet. Er wird zumeist in einer der größeren Arterien gemessen und in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Anders als zum Beispiel bei der Pulsmessung werden bei der Messung des Blutdrucks immer zwei Werte ermittelt: der systolische und der diastolische Wert.

Das Herz-Kreislauf-System

schematische Darstellung des menschlichen Körpers mit Blutkreislauf

Das Blut ist eine von vielen verschiedenen Körperflüssigkeiten und von großer Bedeutung für die Funktionalität der verschiedenen Körperzellen. Mit Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems wird es durch die Blutgefäße des menschlichen Körpers transportiert und versorgt auf diese Weise die Zellen mit Sauerstoff, ohne den diese nicht funktionsfähig sind. Zeitgleich sorgt es dafür, dass beispielsweise Botenstoffe und Abwehrzellen verteilt und Schadstoffe sowie Kohlenstoffdioxid abtransportiert werden. Durchschnittlich enthält das menschliche Gefäßsystem etwa 70 bis 80 Milliliter Blut pro Kilogramm Körpergewicht. Männer haben in der Regel ungefähr einen Liter mehr Blut als Frauen, da sie häufig größer und schwerer als Frauen sind.

Das Zentrum des Herz-Kreislauf-Systems sind die Lungen und das Herz. Während die Lungen dafür zuständig sind, das Blut mit frischem Sauerstoff anzureichern, der über die Atmung aufgenommen wird, ist es die Aufgabe des Herzens, das Blut durch das Gefäßsystem zu pumpen und den Blutkreislauf am Laufen zu halten. Pro Minute wirft das Herz im Ruhezustand etwa vier bis fünf Liter aus – diesen Wert bezeichnet man als Herzzeitvolumen.

Man unterscheidet beim Herz-Kreislauf-System zwischen dem kleinen und dem großen Kreislauf. Der kleine Kreislauf ist dafür zuständig, das sauerstoffarme Blut, das aus dem Körper zum Herzen zurückfließt, mithilfe der Lungen mit Sauerstoff anzureichern. Von dort fließt es zurück zum Herzen, welches das Blut in den großen Kreislauf pumpt. Um einmal durch den kompletten Körper zu fließen, benötigt das Blut im Ruhezustand des Körpers, also bei einem Puls von etwa 60 Herzschlägen pro Minute, etwa eine Minute – bei körperlicher Anstrengung sind es dagegen nur circa 20 Sekunden. Es fließt also, je nach körperlicher Belastung, mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 100 Zentimetern pro Sekunde.

Was passiert bei einem Herzschlag?

Um zu verstehen, wie der Blutdruck zustande kommt, ist es sinnvoll, sich einen einzelnen Herzschlag genauer anzusehen. Dieser lässt sich in zwei verschiedene Phasen unterteilen: die Entspannungs- und Füllungsphase (Diastole) sowie die Anspannung- und Austreibungsphase (Systole).

Diastole und Systole des menschlichen Herzens

Die Diastole

Das Herz besteht aus den Herzkammern und den ihnen vorgelagerten Vorhöfen. In der Diastole entspannt sich der Herzmuskel und die Kammern füllen sich mit Blut, das durch die geöffneten Segelklappen aus den Vorhöfen strömt. Die zwischen dem Herzen und den herznahen Arterien gelegenen sogenannten Taschenklappen sind dabei geschlossen, damit das Blut in den Herzkammern verbleibt und nicht direkt in die Arterien fließt. Sobald die Kammern mit Blut gefüllt sind, schließen sich die Segelklappen zwischen Kammern und Vorhöfen und der Herzmuskel kontrahiert – die Austreibungsphase beginnt.

Die Systole

Durch die Kontraktion des Herzmuskels steigt der Druck in den Kammern, bis er schließlich den Druck in den anliegenden Arterien übersteigt. Dadurch öffnen sich die Taschenklappen und das Blut entströmt aus den Kammern in die Aorta und die Lungenarterie. Der hohe Druck überträgt sich auch auf die Blutgefäße, weshalb der Blutdruck in der Systole höher ist als der diastolische Blutdruck, der gemessen wird, wenn der Herzmuskel entspannt ist und kein Blut auswirft.

Was den Blutdruck beeinflusst

Üblicherweise liegt der Blutdruck bei einem gesunden Menschen bei etwa 120/80 mmHg. Dieser Wert kann jedoch variieren – so ist der Blutdruck beispielsweise morgens häufig etwas höher und sinkt im Tagesverlauf wieder ab. Der niedrige Blutdruck in der Nacht dient vor allem der Regeneration des Herzens. Auch muss der Blutdruck an wechselnde Belastungen angepasst werden, zum Beispiel während der sportlichen Betätigung. Dafür zuständig ist ein komplexes System, das mittels sogenannter Barorezeptoren fortwährend den Blutdruck in der Aorta und den großen Arterien kontrolliert. Wird eine Veränderung registriert, so melden die Rezeptoren diese an das Gehirn, das Maßnahmen zur Regulierung des Drucks einleiten kann. Man unterscheidet dabei zwischen der kurzfristigen Regulation, mittelfristigen und langfristigen Regulation. Kurzfristig reguliert wird der Blutdruck über den Sympathikusnerv, der durch eine erhöhte Aktivität den Blutdruck steigen lassen kann. Mittelfristig funktioniert die Regulation über in der Niere freigesetzte Hormone, die zur Verengung der Blutgefäße und damit zu einer Steigerung des Blutdrucks führen, während die langfristige, aber damit auch langsamste Regulation durch die Niere selbst erfolgt.

Die Ursachen von zu niedrigem Blutdruck oder zu hohem Blutdruck

Es zeigt sich, dass der Körper den Blutdruck zwar selbstständig regulieren kann, allerdings nur nach oben. Das ist wichtig, weil das Blut mit einem Mindestmaß an Druck vom Herz in die Blutgefäße gepumpt werden muss, damit es auch noch in den weiter entfernten Zellen ankommt. Ein zu niedriger Blutdruck kann sich in verschiedenen Symptomen äußern, wie zum Beispiel durch Schwindelgefühle, insbesondere nach dem Aufstehen, Konzentrationsschwierigkeiten und Müdigkeit. Da sich der Kreislauf relativ schnell und problemlos an den Blutniederdruck anpassen kann, stellt er in der Regel kein besonderes Gesundheitsrisiko dar. Dennoch kann er unter Umständen Symptom einer anderen Krankheit sein – bei plötzlich stark abfallendem oder sehr niedrigem Blutdruck über einen längeren Zeitraum sollten Sie daher stets einen Arzt aufsuchen.

Wichtiger ist jedoch, dass der Blutdruck nicht zu hoch ist, denn der Körper kann diesen nicht selbstständig senken und langanhaltender Bluthochdruck kann nachhaltige Schäden bewirken. Deshalb ist es wichtig, diesem möglichst bereits im Voraus entgegenzuwirken oder ihn gezielt zu bekämpfen, sobald er auftritt. Dafür ist es wichtig zu wissen, welche Faktoren das Auftreten von Bluthochdruck begünstigen können:

Lebensalter

Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität der Blutgefäße natürlicherweise nach, wodurch ältere Menschen in der Regel einen höheren Blutdruck haben. Doch auch im Alter sollte der Blutdruck nicht zu hoch sein und, sofern er über einen längeren Zeitraum erhöht ist, gesenkt werden.

Körpergewicht

Ein erhöhtes Körpergewicht kann einen erhöhten Blutdruck begünstigen, da übergewichtige Menschen vermehrt Insulin produzieren. Insulin trägt wiederum dazu bei, dass der Botenstoff ANP, ein für die Senkung des Blutdrucks zuständiges Eiweiß, schneller abgebaut wird.

Ernährung

Eine unausgewogene, salzhaltige Ernährung stellt einen Risikofaktor für Bluthochdruck dar. Auch der häufige Genuss von Nikotin kann dazu beitragen, dass der Blutdruck steigt, da Nikotin den Sympathikus-Nerv anregt.

Körperliche und seelische Belastungen

Wenn Sie sich sportlich betätigen, schwer arbeiten oder Stress ausgesetzt sind, pumpt das Herz schneller, damit die Zellen besser durchblutet und mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Dadurch erhöht sich auch der Blutdruck kurzfristig, während er bei Entspannung wieder sinkt.